Stefanie Seemann in Königsbach-Stein

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Stefanie Seemann MdL im Gespräch mit Bürgermeister Genthner und Dr. Mehne

Gegen das Vergessen – Besuch in Königsbach-Stein


Stefanie Seemann besucht einzige Gedenkstätte jüdischen Lebens im Enzkreis

Zum Holocaustgedenktag am 27. Januar hat die Grünen-Abgeordnete Stefanie Seemann die einzige Gedenkstätte jüdischen Lebens im Enzkreis besucht. Bei einem gemeinsamen Rundgang in Königsbach mit Bürgermeister Heiko Genthner hat sie durch den Historiker und pensionierten Geschichtslehrer Dr. Mehne eine beeindruckende Führung genossen.

Dr. Mehne führte sie von der ehemaligen Judengasse gleich neben dem Rathaus an vielen erhaltenen Wohnhäusern vorbei in die Ortsmitte zur Gedenktafel am Platz der von den Nazis zerstörten Synagoge. Er machte deutlich, dass bis zur Verbrechensherrschaft der Nazis die Juden im Ort bestens integriert und als Geschäftsleute hoch angesehen waren. Schwerpunkt der Führung war der alte jüdische Friedhof, der bei seiner Eröffnung noch weit außerhalb des Ortes lag. Mittlerweile hat die Wohnbebauung ihn längst erreicht. Dieser Friedhof mit seiner mystischen Ruhe lässt einen fast die Schrecken der Nazizeit vergessen.

Dr. Mehne war seit Anfang der 1980er Jahren am Lise-Meitner-Gymnasium als Lehrer tätig und hat über viele Jahre mit Schülerinnen und Schülern die Geschichte der Jüdinnen und Juden und des Friedhofes in Königsbach erforscht und dokumentiert. „Über die Jahre konnte ich viele Kontakte zu Überlebenden aufbauen und habe erschütternde Berichte über das menschenverachtende Verhalten der Nazis auch hier in Königsbach gehört. Das darf nicht vergessen werden, auch jetzt nicht, wenn die letzten Überlebenden aussterben“, meint Mehne. Und Bürgermeister Genthner ergänzt: „Es macht einen großen Unterschied, ob man im Geschichtsunterricht etwas über den Holocaust lernt oder als Schülerin oder Schüler selbst die Geschichte des eigenen Ortes anhand konkreter Beispiele recherchiert.“

Stefanie Seemann war mehr als beeindruckt von dieser Führung. „Gerade in einer Zeit, in der Hass und Ausgrenzung immer mehr um sich greifen, ist es immens wichtig, die Erinnerung an den Nationalsozialismus und die Geschichte der Jüdinnen und Juden wachzuhalten. Dazu brauchen wir solch engagierte Ehrenamtliche wie Dr. Mehne, die durch unermüdliche Arbeit gerade auch Jugendliche für das Thema interessieren“, erklärt sie zum Abschluss dieser Zeitreise. (PM)

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